Tag Archives: Betriebliches Gesundheitsmanagment



Vorbereitung After Work Run Bad Homburg

Firmenläufe – Eine gute Maßnahme für die Betriebliche Gesundheitsförderung?

13. Juni 2019 Allgemein, Betriebliches KörperManagement®

Diese Woche war es wieder soweit: Die J.P. Morgan Corporate Challenge® hat in Frankfurt mit über 60.000 Läuferinnen und Läufern stattgefunden. 5,6 Kilometer galt es zu bewältigen. Auszeichnungen wurden für Tagessieger und Teamleistungen vergeben.

Die begeisterten Läufer spricht ein solches Event sicher sehr an. Eine sonst stark befahrene Strecke wird abgesperrt und man kann sich mit Kolleginnen und Kollegen „messen“ und eine schöne Zeit verbringen. Danach trifft man sich und lässt den Abend gemeinsam gemütlich ausklingen.

In Unternehmen höre ich häufiger, dass solche Events „Teil des Betrieblichen Gesundheitsmanagements sind und recht viel Budget dafür verbrauchen“. Kann das eine gute Strategie sein?

Zunächst sollte man sich die Begriffe „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ und „Betriebliche Gesundheitsförderung“ genauer anschauen. „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ bezeichnet ein systematisches und nachhaltiges Vorgehen bei der gesundheitsförderlichen Gestaltung von Strukturen und Prozessen im Unternehmen. Es geht zudem um die gesundheitsförderliche Befähigung der Beschäftigten. Die „Gesundheitsförderung“ ist dann letztendlich die Umsetzung von Maßnahmen, die sich aus dem Gesundheitsmanagement ergeben. Ein Firmenlauf kann somit „nur“ eine Umsetzungsmaßnahme sein. Er hat weder etwas mit systematischem und nachhaltigem Vorgehen hinsichtlich der Strukturen und Prozesse im Unternehmen zu tun, noch befähigt er Beschäftigte bezogen auf ihre Gesundheitskompetenz.

Was wird also durch einen solchen Firmenlauf passieren? Besonders die „sportaffinen“ Mitarbeitenden werden sich freuen und anmelden. Einige werden sich „mitreißen“ lassen, mal wieder die Sportschuhe auspacken und „ein paar Einheiten laufen gehen“. Erstere sind eh schon gesundheitssportlich aktiv und benötigen eigentlich gar keine weiteren Anreize. Zweitere werden in der Regel kurzfristig (zu) intensiv trainieren, um mit den Kolleginnen und Kollegen „mithalten“ zu können. Was ist mit den „ganz Unsportlichen“? Diejenigen, die mit „Sport“ und „Fitness“ nichts Positives verbinden, werden abgehängt. Diejenigen, „die im Schulsport als letztes gewählt wurden“, ebenso. Diese so wichtige Zielgruppe der Gesundheitsförderung wird man mit einem „Wettkampf“ nicht erreichen. Im Gegenteil, sie werden entweder dem Gruppenzwang nachgeben und mal wieder eine „Schinderei“ erleben und sich bestätigt fühlen, oder sie werden sich ausgrenzen.

Was kann also ein Firmenlauf leisten? Er kann als schönes Outdoor-Teamevent für die mehr oder weniger „Sportlichen“ in der Firma angeboten werden und ein positives Erlebnis für diese Zielgruppe schaffen.

Ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement erfordert allerdings mehr. Hier sollten sich die Unternehmen die Frage stellen, welches Ziel sie mit einem Gesundheitsmanagement verfolgen wollen. Geht es lediglich um ein paar Angebote zu gesundheitsförderlichem Verhalten? Dann können der Gesundheitstag und Firmenlauf ausreichend sein. Geht es um den Erhalt der Arbeitsfähigkeit aller Mitarbeitenden und eventuell sogar um einen „Return on Invest“, dann sollte das Unternehmen das Budget vom Firmenlauf für ein Betriebliches Gesundheitsmanagement verwenden und gut koordinierte Gesundheitsförderungsmaßnahmen anbieten, die für alle einen Nutzen haben.  

Jetzt neu: Der KörperManagement® – Check up

5. Januar 2017 Betriebliches KörperManagement®, Institut, Persönliches KörperManagement®

Das wertvollste Kapital, das wir besitzen, ist die Gesundheit

Der KörperManagement® – Check-Up ist eine Kombination aus sportwissenschaftlicher und medizinischer Vorsorge. Der Check-Up beinhaltet verschiedene sportwissenschaftliche Diagnostiken (z.B. Ausdauer, Kraft, Koordination, Stress), individuelle Laboranalysen sowie eine professionelle Gesundheitsberatung mit gezielten Trainings- und Handlungsempfehlungen. Auf Basis einer umfassenden Analyse Ihrer körperlichen Konstitution erarbeiten wir gemeinsam eine passgenaue, alltagsgerechte Strategie zur Verbesserung Ihrer Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.

 

Mehrwert für Ihre Gesundheit

  • Umfassende Analyse Ihres körperlichen Ist-Zustands an nur einem Tag
  • Transparenz und damit Messbarkeit körperlicher Faktoren
  • Persönliche Beratung und Training mit 1:1 Betreuung
  • Maßgeschneiderte, persönliche Gesundheitsstrategie
  • Nachhaltige Erfolgskontrolle und Überprüfung Ihrer Zielerreichung

 

So könnte Ihr Tag in unserem KörperManagement®-Institut aussehen:

8.00 Uhr          Empfang und Begrüßung im KörperManagement®-Institut

8.20 Uhr          Stressanalyse: Mit Hilfe eines speziellen EKG Gerätes (Vitalmonitor) bestimmen wir Ihren individuellen Stresslevel

8.40 Uhr          Analyse Ihrer Körperzusammensetzung

9.00 Uhr          Besprechung mit unserer Heilpraktikerin

9.45 Uhr          Analyse Ihrer Ausdauerleistungsfähigkeit und Bestimmung Ihres physiologischen Alters

10.45 Uhr        Kraft- und Beweglichkeitsanalyse

11.30 Uhr        Koordinationstest

12.00 Uhr        Fragebogen zur Bestimmung Ihres persönlichen Stresslevels und zur Arbeitsfähigkeit

12.45 Uhr        Pause und Mittagessen: Sie erhalten ein gesundes, bekömmliches Mittagessen in Bioqualität

14.00 Uhr        Besprechung der Ergebnisse

14.30 Uhr        SMARTe-Zielformulierung: Welche Ziele möchten Sie auf der Basis Ihrer Ergebnisse verfolgen?

15.00 Uhr        Trainingsumsetzung: Wie können Sie auf der Basis der Diagnostiken und Ihren Zielen ein Training alltagsgerecht umsetzen?

17.15 Uhr         Feedbackrunde: Abschließend nehmen wir uns Zeit, um alle Ihre Fragen und Wünsche ausführlich zu besprechen

17.30 Uhr       Verabschiedung und Abreise

In der Folge: Wir bleiben für die Trainingsumsetzung in regelmäßigem Austausch und überprüfen Ihre Fortschritte

 

Wir freuen uns auf Ihr Persönliches KörperManagement®!

Ihr KörperManagement®-Team

 

Download Info zum KörperManagement® – Check up

Dr. Bernd Gimbel Betriebliches Gesundheitsmanagement

Adhärenz im Betrieblichen Gesundheitsmanagement steigern

30. Dezember 2016 Betriebliches KörperManagement®

von Dr. Bernd Gimbel

Beim betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) und der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF)
wird oft im „Trüben gefischt“. Ohne fundierte Analyse des Ist-Zustandes und einer klaren
Zielformulierung (Festlegung von Sollwerten) werden noch so gut gemeinte gesundheitsfördernde
Strategien zum Spielball des Zufalls. Keine guten Voraussetzungen um erfolgreich zu sein!
Kein Unternehmen überlässt das Erreichen seiner geschäftlichen Ziele dem Zufall. Alle Maßnahmen
basieren auf Analysen und die Strategien sind eng an diesen Zielen ausgerichtet. Zu festgelegten Zeiten
sind Prüfungen vorgesehen, ob die Maßnahmen dem Erreichen der unternehmerischen Ziele dienen. Bei
erkannten Abweichungen erfolgt umgehend eine Veränderung der Strategie. Das Prozessmanagement
mit Analysen, zielgerichteter Planung, der Umsetzung von Maßnahmen sowie Kontrollen ist stringent
strukturiert.
Bei der Implementierung von BGM-Maßnahmen herrscht trotz harter Fakten oftmals ein anderes
Denken vor. Fest steht seit Langem:

  • Die meisten AU-Tage basieren seit Jahren auf Erkrankungen des Bewegungsapparates.
  • Die AU-Tage steigen mit zunehmendem Alter der Mitarbeiter erheblich an (bei 60-jährigen
    um ca. das 3-fache gegenüber den 30-jährigen).
  • Die Anzahl der durch psychische Erkrankungen bedingten AU-Tage hat sich in den letzten 10
    Jahren mehr als verdoppelt.

Trotz dieser Erkenntnisse existieren gerade bei kleinen und mittelständigen Unternehmen aus
Personalmangel und einer anderen Prioritätensetzung meist keine BGM-Strukturen. Aber auch bei
großen Unternehmen beschränken sich die BGF-Maßnahmen häufig ausschließlich auf einen
Gesundheitstag pro Jahr. Andere „Klassiker“ sind Kurse zur Rückenfitness oder Steigerung der
Entspannungsfähigkeit, die nach dem § 20 des Sozialgesetzbuches oft von Krankenkassen bezuschusst
werden und dem Unternehmen selbst nur geringe Kosten verursachen. Es darf begründet bezweifelt
werden, dass solche Einzelaktivitäten zu nachhaltigen gesundheitlichen Verhaltensänderungen bei den
Mitarbeitern führen oder den Problemen des demografischen Wandels, die auf die Unternehmen in
Zukunft verstärkt zukommen werden, damit erfolgreich begegnet werden kann. Es existiert somit kein
Erkenntnis-, sondern ausschließlich ein strategisches Umsetzungsproblem in den Unternehmen.

 

Adhärenz im Betrieblichen Gesundheitsmanagement steigern

Durch Ausweitung der Management-Strukturen auf den Bereich der Gesundheitsförderung ließe sich
relativ einfach die Erfolgswahrscheinlichkeit von BGF-Maßnahmen optimieren. Zumal die Fähigkeiten in
den Unternehmen zweifelsfrei vorhanden sind.
Wo steht das Unternehmen aktuell (Ist-Zustand definieren)? Welche konkreten Probleme existieren (z.B.
hohe AU-Tage in bestimmten Abteilungen)? Welche Fragen müssen geklärt werden (z.B. Wie erhalte ich
die Arbeitsfähigkeit der älteren Mitarbeiter)? Wo soll es hingehen (Soll-Zustand definieren)? Welche
Zielgruppen sind besonders betroffen (Administration oder Produktion)? Wie gelingt es, die Mitarbeiter
für Maßnahmen zu begeistern und mitzunehmen (Adhärenz, früher Compliance erhöhen)? Das sind die
drängenden Fragen, die einer Antwort bedürfen. Von denen sich daraus ableitenden Strukturen und
Strategien wird der Erfolg eines unternehmensspezifischen betrieblichen Gesundheitsmanagements
abhängen.

 

Der entscheidende Schritt, auf den es gilt besondere Aufmerksamkeit zu lenken, ist die Entscheidung
darüber, wie ein hohes Maß an Adhärenz erzeugt werden kann. Darunter ist im Umfeld von BGM und
BGF das Ausmaß zu verstehen, wie das Verhalten der Mitarbeiter in Einklang mit dem Erreichen von
Zielen der Gesundheitsförderungsstrategien steht. Der Grad der Adhärenz ist letztendlich das Maß für
den Erfolg der entwickelten Ideen.
Im Unterschied zu dem früher verwendeten Begriff Compliance, liegt bei der Adhärenz der Fokus mehr
auf der gemeinsamen Gestaltung (Miteinander von Geschäftsleitung und Mitarbeitern) von
gesundheitsfördernden Strukturen und Maßnahmen im Unternehmen. Der Bedarf der Mitarbeiter und
die Entwicklung motivierender Maßnahmen zur Findung einer größtmöglichen Akzeptanz steht im
Mittelpunkt des Handelns. Gemeinsames Agieren sowohl zum Wohle des Einzelnen als auch des
Unternehmens sind das Maß der Dinge, weil dann von allen Seiten erkannt wird, dass eine derartige
betriebliche Gesundheitsförderung nur Gewinner kennt: den gesunden Mitarbeiter und das gesunde
Unternehmen.
© Dr. Bernd Gimbel, KörperManagement® KG

Hier geht es zum Download des Artikels von Dr. Bernd Gimbel